Neue APO-GOSt in NRW – mehr Möglichkeiten für MINT, neue Herausforderungen für Schulen
Mit der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe verändert Nordrhein-Westfalen die Oberstufe deutlich. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören ein fünftes Abiturfach, verbindlich verankerte Projektkurse und neue Formen der Leistungsüberprüfung.
Für die MINT-Fächer eröffnen sich damit interessante Möglichkeiten.
Projektkurse als Chance für MINT
Gerade Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik eignen sich in besonderer Weise für längerfristige Projekte: experimentelle Untersuchungen, mathematische Modellierungen, Programmier- und Entwicklungsprojekte oder fächerübergreifende Fragestellungen lassen sich über einen längeren Zeitraum vertiefen.
Auch Wettbewerbe und besondere fachliche Leistungen können stärker an schulische Lernprozesse angebunden werden. Gerade für leistungsstarke und besonders interessierte Schülerinnen und Schüler entstehen dadurch neue Möglichkeiten, eigene fachliche Schwerpunkte zu setzen.
→ Handreichung des MSB zu Projektkursen
Mehr als Klausuren
Auch die Leistungsbewertung wird geöffnet. Neben Klausuren treten gleichwertige komplexe Leistungsnachweise, mit denen unterschiedliche Formen der Leistungserbringung stärker berücksichtigt werden können.
Damit können auch Kompetenzen sichtbar werden, die in einer klassischen Klausur nur begrenzt erfasst werden – etwa experimentelles Arbeiten, Präsentieren, Modellieren oder die Entwicklung eines komplexeren Produkts.
Das passt gut zu einem MINT-Unterricht, der nicht nur Ergebnisse, sondern auch Erkenntniswege, Problemlöseprozesse und fachliches Argumentieren in den Blick nimmt.
Die Umsetzung wird anspruchsvoll
Die neuen Möglichkeiten bringen allerdings auch neue Aufgaben mit sich.
Projektkurse müssen geplant und begleitet, neue Prüfungsformate vorbereitet und bewertet und Schülerinnen und Schüler zu ihren Laufbahnen beraten werden. Gerade mündliche, praktische oder komplexere Prüfungsformen können einen erheblichen organisatorischen Aufwand verursachen.
Darauf haben die MNU-Landesverbände Nordrhein und Westfalen bereits im Rahmen der Verbändebeteiligung hingewiesen. In ihrer Stellungnahme begrüßen sie Projektkurse und neue Leistungsformate grundsätzlich, weisen aber zugleich auf zusätzlichen Dokumentations-, Beratungs- und Prüfungsaufwand hin.
Jetzt kommt es auf die konkrete Gestaltung an
Das Ministerium stellt inzwischen umfangreiche Informationen und Handreichungen zur Umsetzung bereit. Dazu gehören unter anderem Materialien zu Projektkursen, zum fünften Abiturfach, zu Laufbahnplanungen und zur schulischen Vorbereitung.
Die neue APO-GOSt bietet damit durchaus Chancen für eine modernere und stärker projektorientierte Oberstufe – gerade auch in den MINT-Fächern.
Ob diese Chancen im Schulalltag tatsächlich genutzt werden können, wird jedoch wesentlich davon abhängen, wie gut Schulen bei der Umsetzung unterstützt werden und welche zeitlichen und personellen Ressourcen dafür zur Verfügung stehen.
→ Zum Standpunkt des MNU-Landesverbands Nordrhein zur neuen APO-GOSt
Weiterführende Informationen
- APO-GOSt in der BASS
- Aktuelle Regelungen zur gymnasialen Oberstufe in der BASS
- MSB NRW: Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe
- MSB NRW: Fragen und Antworten zur Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe
- MSB NRW: Handreichung zum fünften Abiturfach
- MSB NRW: Handreichung zu Projektkursen
- MSB NRW: Laufbahnbeispiele
- MSB NRW: To-do-Liste für Schulen

