Bildungsbericht 2026 – Die Basiskompetenzen bleiben eine zentrale Aufgabe
Der Bildungsbericht 2026 zeichnet für die mathematischen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern ein deutliches Bild: Die Leistungen im Sekundarbereich I sind weiter zurückgegangen. Nach den im Bericht aufgegriffenen Ergebnissen des IQB-Bildungstrends 2024 ist der bundesweite Kompetenzmittelwert in Mathematik gesunken; knapp ein Viertel der Jugendlichen verfehlt inzwischen den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss.
Besonders auffällig für uns in Nordrhein-Westfalen: Im Ländervergleich weist NRW seit 2018 mit einem Rückgang um 34 Kompetenzpunkte den stärksten Leistungsabfall auf.
Dabei geht es nicht nur um die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler. Der Bildungsbericht beschreibt Kompetenzrückgänge über alle Leistungsniveaus hinweg. Gleichzeitig nehmen soziale Disparitäten weiterhin erheblichen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung. Hinzu kommt, dass das fachbezogene Interesse und das Selbstkonzept im Fach Mathematik zurückgehen und Schülerinnen und Schüler die Qualität des Unterrichts zunehmend kritischer einschätzen.
Basiskompetenzen sind mehr als ein Mindestprogramm
Für den Mathematikunterricht stellt sich damit erneut die Frage, was wir unter Basiskompetenzen verstehen.
Die Antwort kann aus unserer Sicht nicht darin liegen, Unterricht auf das Trainieren isolierter Grundfertigkeiten zu reduzieren. Basiskompetenzen müssen so gesichert werden, dass Schülerinnen und Schüler mathematische Zusammenhänge verstehen, Wissen flexibel nutzen und auf neue Situationen übertragen können.
Gerade deshalb gehören Verstehen und Üben, Automatisieren und Problemlösen, fachliche Klarheit und kognitive Aktivierung zusammen. Wer Grundlagen nachhaltig sichern will, muss sie in einen Unterricht einbetten, der mathematisches Denken ermöglicht.
Unterrichtsqualität bleibt entscheidend
Der Bildungsbericht lenkt den Blick damit nicht nur auf die Lernenden. Er stellt auch Fragen an die Gestaltung des Unterrichts.
Wie diagnostizieren wir frühzeitig, welche Vorstellungen und Fähigkeiten Schülerinnen und Schüler tatsächlich entwickelt haben? Wie ermöglichen wir gezielte Unterstützung, ohne fachliche Ansprüche abzusenken? Wie schaffen wir Lerngelegenheiten, in denen Grundlagen wiederholt, vernetzt und zunehmend sicher verfügbar werden?
Programme wie QuaMath setzen genau an dieser Stelle an: Nicht einzelne Methoden oder Materialien stehen im Mittelpunkt, sondern die langfristige Weiterentwicklung der Qualität des Mathematikunterrichts.
Eine Aufgabe für die gesamte Bildungskette
Der Bildungsbericht macht zugleich deutlich, dass die Sicherung mathematischer Basiskompetenzen nicht erst in der Sekundarstufe beginnen kann. Lernentwicklungen bauen aufeinander auf. Schwierigkeiten, die über Jahre entstehen, lassen sich nicht durch kurzfristige Maßnahmen am Ende der Schullaufbahn kompensieren.
Nötig sind deshalb durchgängige fachliche Konzepte – von der frühen mathematischen Bildung über Grundschule und Sekundarstufen bis zur beruflichen Bildung und Hochschule.
Auch das Nationale MINT Forum sieht in den Befunden des Bildungsberichts ein deutliches Warnsignal und fordert, erfolgreiche Strukturen langfristig abzusichern, Versorgungslücken zu schließen und MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungsbiografie zu denken.
Für uns folgt daraus
Der Bildungsbericht 2026 liefert keinen Anlass für einfache Schuldzuweisungen. Er macht aber deutlich, dass wir die Frage der Basiskompetenzen nicht als vorübergehendes Thema behandeln können.
Grundlagen sichern – ohne Unterricht auf Grundlagen zu reduzieren.
Mathematische Bildung muss Schülerinnen und Schüler befähigen, sicher zu rechnen und zu argumentieren, Zusammenhänge zu verstehen, Probleme zu lösen und mathematische Ideen auf neue Situationen zu übertragen.
Die Diskussion über Basiskompetenzen ist deshalb letztlich immer auch eine Diskussion über Unterrichtsqualität.
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